Seehundstation Friedrichskoog 

Heuler mit Fisch

13.10.2014

Vermehrte Funde von toten Seehunden an der Schleswig-Holsteinischen Küste

In den letzten Wochen sind vermehrt tote Seehunde angespült worden. Die Ursachen konnten bisher nicht eindeutig geklärt werden. Zu Ihrem eigenen Schutz sollten Sie verendete oder lebende Tiere unter keinen Umständen anfassen!

Wenn Sie am Strand eine lebende oder tote Robbe finden, beachten Sie bitte folgende Verhaltensregeln:

  • Bitte auf keinen Fall anfassen! Ein gesundheitliches Risiko ist nicht auszuschließen!
  • Hunde unbedingt anleinen und von der Robbe fernhalten!
  • Um Störungen zu vermeiden, sollte ein Abstand von mehreren hundert Metern eingehalten werden (auf Helgoland: min. 30 m)
  • Bitte umgehend die Seehundstation, den zuständigen Seehundjäger oder die Polizei benachrichtigen.

Bei einem Robbenfund entscheidet der zuständige speziell geschulte Seehundjäger über die weitere Vorgehensweise. Jeder Einzelfall wird vor Ort sorgfältig geprüft, damit keine junge Robbe unnötig in Gefangenschaft gerät. Die Seehundjäger werden von den ortsansässigen Naturschutzverbänden bei Ihrer Arbeit unterstützt. Es können z.B. flexible Ruhezonen für die Seehunde und Kegelrobben eingerichtet werden, damit sie sich ungestört ausruhen können. Die Mitarbeiter der Verbände informieren Strandspaziergänger  und helfen, Störungen der Robben zu vermeiden.

In den Herbst- und Wintermonaten sind an den Küsten häufig stark geschwächte und kranke Jungtiere, aber auch ältere Robben zu finden. Ursächlich für den Tod der Meeressäuger können verschiedene Krankheiten sein. Einige dieser Krankheiten sind auch auf den Menschen oder Hunde übertragbar. Manchmal ist um das Maul und die Nase der Seehunde Blut zu sehen. Der Grund kann in solchen Fällen eine von Parasiten verursachte Lungenentzündung sein.

Nach dem Abstillen im Sommer haben die Jungtiere ein Gewicht von 25-30 kg und müssen lernen, sich selbstständig zu ernähren. In dieser Zeit zehren sie von der Speckschicht, die durch das Säugen entstanden ist und können 20-30% ihres Körpergewichtes verlieren. Die Nahrung besteht zu Beginn aus Nordseegarnelen und kleinen bodenlebenden Fischen. Über die Nahrung gelangen auch Parasiten in den Körper.

Nahezu alle Lebewesen müssen sich mit Parasitismus auseinandersetzen. Parasiten haben eine oft unterschätzte, wichtige Funktion in unseren Ökosystemen. Somit sind  Parasiten auch bei Wildtieren wie Seehund, Schweinswal oder Kegelrobbe ein natürlicher Bestandteil des Lebens. Der Befall mit Parasiten kann unterschiedliche Ausmaße annehmen, und so sind auch die Auswirkungen auf den sogenannten Wirt verschieden groß. Mögliche Folgen eines erhöhten Parasitenbefalls können Auswirkungen auf Krankheitsanfälligkeit oder Wachstum, aber auch auf Fortpflanzung und Lebensdauer sein. Bei ungünstigen Bedingungen z.B. einem schlechten Ernährungszustand, kann Parasitenbefall stärkere Auswirkungen haben, als dies bei einem fitten Tier der Fall wäre.

Parasiten können bei Seehunden und Kegelrobben in vielen Organen vorkommen, u.a. Ohren, Herz, Magen-Darm-System oder auch in der Lunge. Lungenwürmer verursachen häufig weitere bakterielle Infektionen oder auch Lungenentzündungen. Besonders bei jungen Seehunden im ersten Lebensjahr, die geschwächt sind und die noch kein gut entwickeltes Immunsystem besitzen, sind von Parasiten verursachte Lungenentzündungen eine häufige Todesursache. An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste leben derzeit 12.000 Seehunde, rund 3.600 Jungtiere wurden im Jahr 2013 gezählt. Wie bei anderen Tieren stirbt etwa ein Drittel der Jungtiere im ersten Lebensjahr.

Haben Sie weitere Fragen zu Seehunden und Seehundmanagement im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer? Viele Antworten finden Sie hier.

 

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